Während Cloud-basierte Systeme als "Allheilmittel gegen Datenverlust" und die Zukunft der Speicherentwicklung angepriesen werden , hat Amazons spektakulärer Serverabsturz der vergangenen Woche alle Arten von Problemen mit der Idee des Cloud Computing aufgezeigt.
Das Amazon EC2 Cloud Computernetzwerk stürzte währende eines Routine-Updates der Server ab und löste eine Kaskade weiterer Probleme aus. Hierdurch waren mehrere tausend Websites plötzlich nicht mehr erreichbar.

Amazon versprach, Lehren aus dem Crash zu ziehen und bot den betroffenen Kunden an, sie mit 10 kostenlosen freien Tagen für die Datenspeicherung zu entschädigen.

Unter normalen Umständen wird im Falle des Updates eines Clusters der Datenverkehr innerhalb des primären Netzwerkes (Verfügbarkeits-Zone) für die Dauer des Updatevorgangs umgeleitet.

Jedoch wurde der komplette Traffic durch eine Unaufmerksamkeit eines Technikers auf ein Backup-System weitergeleitet, welches die Anfragen nicht verarbeiten konnte und einen Systemabsturz zur Folge hatte. Zwar behoben die Techniker das Problem, jedoch führte ein Ausfall-Mechanismus (Fail-Safe) im Anschluß zu einer Selbstduplizierung sämtlicher Festplatten. Mehr und mehr Festplatten-Laufwerke kamen hinzu und dies resultierte zu einer Fehlerausbreitung innerhalb der Verfügbarkeits Zonen, die das auf sie transferierte Datenvolumen nicht mehr auffangen konnten.

Während Amazon seine IT-Cloud als "bombensicher" bezeichnet, zeigt dieser Vorfall doch klar auf, dass es sich beim Cloud-Computing um komplexe Netzwerke handelt, bei denen es im Falle eines Fehlers oder einer Unachtsamkeit zu massiven Datenverlusten kommen kann. Dem nicht genug scheint es dass Amazon durch den Vorfall auch wertvolle Kundendaten, bzw. Auftragskundendaten verloren hat. Zwar ist der Umfang nicht wirklich klar. Laut Amazon sei ein "geringer Prozentsatz" aller gespeicherten Daten betroffen. Aufgrund des gesamten Datenvolumens innerhalb der Amazon-Cloud kann es sich hierbei jedoch um einige Tausend Webseiten handeln.

Aus jungen Technologien zu lernen, bedeutet jedoch auch für jeden Kunden, aus Datenverlut-Szenarien zu lernen. Somit ist es sicherlich keine gute Idee sämtliche Unternehmens- oder Privatdaten in nur eine Cloud auszulagern. Sinnvolle Datenspeicherung erfordert Redundanz und das Amazon-Beispiel zeigt deutlich auf, dasss innerhalb eines komplexen Cloud-Netzwerkes keine wirkliche Redundanz gegeben ist, denn sonst hätte Amazon kein einziges Bit an Datenverlust. Eine nachhaltige Entscheidung für die Auslagerung von Daten in die Cloud, bedeutet somit eigentlich eine Auslagerung von Daten zu zwei unterschiedlichen Cloud-Anbietern, gerade um eine wirkliche Redundanz aufrecht zu erhalten und einem potentiellen Datenverlust vorzubeugen.